Rund zwölf Monate nach dem Regierungsantritt der Schwarz-Roten Koalition zog das 54. Zukunftsforum Unterfranken mit Gästen aus Wirtschaft und Politik eine erste Bilanz. Gastredner Wolfgang Bosbach MdB a. D. analysierte in seiner Keynote die aktuelle Lage in Berlin und die notwendigen Weichenstellungen für die laufende Legislaturperiode.
Wirtschaftliche Standortfaktoren und Reformbedarf
Ines Sterling, Vorstandsvorsitzende der vbw Bezirksgruppe Unterfranken, hob in ihrer Analyse sowohl positive Ansätze als auch kritische Baustellen hervor. Sie betonte die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland angesichts internationaler Krisen und steigender Energiekosten schnellstmöglich zu verbessern und zu stärken.
Sterling erklärte dazu: „Die Bundesregierung ist zunächst gut aus den Startlöchern gekommen. Sie hat beispielsweise mit dem Investitionsbooster wichtige Akzente gesetzt. Grundsätzlich begrüßen wir den neuen Reformwillen. Doch gerade die steigenden Sozialabgaben müssen angegangen werden – sie belasten den Arbeitsmarkt und hemmen Investitionen.“
Strategische Weichenstellung und Forderungen der Wirtschaft
Die Veranstaltung verdeutlichte, dass Deutschland vor einem entscheidenden Wendepunkt steht. Die vbw mahnt konsequente Schritte gegen Standortprobleme an. Protektionismus und handelspolitische Spannungen bedrohen das exportorientierte bayerische Modell massiv. Ines Sterling hielt als klare Forderung fest: „Die Bundesregierung muss nun abliefern. Wir müssen endlich mit Strukturreformen die Ursachen unserer sinkenden Wettbewerbsfähigkeit angehen.“
Vortragende und Podiumsteilnehmer*innen
-
Wolfgang Bosbach MdB a. D., Politiker, Rechtsanwalt, Keynote Speaker
-
Ines Sterling, Vorstandsvorsitzende, vbw Bezirksgruppe Unterfranken
-
Thomas Weber, Geschäftsführer, vbw Bezirksgruppe Unterfranken
Moderation: Dr. Susanne Glass, Redaktionsleiterin Ausland und politischer Hintergrund, Bayerischer Rundfunk