Letzte Aktualisierung: 02. März 2026
Studie
14. Monitoring der Energiewende
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Mit dem 14. Monitoring legt die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. erneut eine Zwischenbilanz zum Stand der Energiewende in Deutschland und Bayern vor. Der Bericht analysiert im Wesentlichen die Entwicklungen des Jahres 2024 und – soweit belastbare Daten vorliegen – des Jahres 2025. Ziel ist es, Bund und Freistaat an ihren eigenen energie- und klimapolitischen Zielsetzungen zu messen und Fortschritte wie Defizite transparent darzustellen.
Ausbau und Systemstabilität weiter unter Druck
Die Ergebnisse zeigen ein weiterhin kritisches Bild. Zwar blieb die Versorgungssicherheit 2024 gewährleistet und Deutschland steht im internationalen Vergleich gut da. Die Stabilität des Systems wird jedoch zunehmend durch kostenintensive Redispatch-Maßnahmen sowie nationale und ausländische Reservekapazitäten abgesichert. Der schleppende Netzausbau verdeutlicht, dass die Stabilität des Energiesystems noch nicht nachhaltig strukturell abgesichert ist.
Beim Ausbau der erneuerbaren Energien ergibt sich ein gemischtes Bild: Die Zubauziele bei der Photovoltaik wurden erreicht, der Windenergieausbau bleibt jedoch – insbesondere in Bayern – deutlich hinter den erforderlichen Zielpfaden zurück. Damit fehlen zentrale Voraussetzungen für einen steigenden Strombedarf durch Elektrifizierung und Wasserstoffwirtschaft. Ohne einen beschleunigten Ausbau von Erneuerbaren, Netzen, Speichern und gesicherter Leistung drohen steigende Systemkosten und wachsende Versorgungsrisiken.
Energiepreise weiterhin Belastung für die Industrie
Im Bereich der Bezahlbarkeit sind erste Verbesserungen erkennbar, insbesondere bei den Strompreisen für private Haushalte. Insgesamt liegen die Energiepreise für Industrie und Haushalte jedoch weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau. Für die Industrie zählt Deutschland im europäischen Vergleich nach wie vor zu den Ländern mit besonders hohen Strompreisen. Dies belastet insbesondere energieintensive Branchen und verstärkt den Druck auf den Industriestandort.
Zu berücksichtigen ist, dass jüngst beschlossene Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise – etwa der Industriestrompreis oder Entlastungen bei den Netzentgelten– im vorliegenden Monitoring noch keine Berücksichtigung finden. Ihre Wirkung wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
Emissionsrückgänge nicht strukturell abgesichert
Der Rückgang des Primärenergieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen ist bislang zu einem erheblichen Teil auf konjunkturelle Effekte und Produktionsrückgänge in der energieintensiven Industrie zurückzuführen. Die Emissionsminderungen sind daher nicht allein Ausdruck einer strukturell erfolgreichen Transformation, sondern spiegeln auch die schwache wirtschaftliche Entwicklung wider.
Fazit
Der eingeschlagene energiepolitische Kurs ist grundsätzlich richtig, doch das Tempo reicht nicht aus. Die Energiewende wird nur gelingen, wenn Ausbau und Genehmigungsverfahren weiter beschleunigt, Systemkosten begrenzt und die energiepolitischen Rahmenbedingungen dauerhaft wettbewerbsfähig ausgestaltet werden. Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz müssen gleichermaßen gewährleistet bleiben.
Die Hauptergebnisse des 14. Monitorings der Energiewende im Überblick:
