Der vbw Energiepreisindex ist im Mai 2026 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 135,5 Punkte zurückgegangen. Dies war der erste leichte Rückgang, nachdem der Index in den beiden Vormonaten infolge des Irankriegs um gut 25 Prozent in die Höhe geschnellt war. Grund war die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe. Das Niveau des Vorjahresmonats Mai 2025 wurde dadurch immer noch um fast ein Viertel (23,8 Prozent) überschritten. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2019 – dem letzten Vorkrisenjahr – lagen die Energiepreise für die bayerische Wirtschaft sogar um über 60 Prozent höher.
Der Teilindex für Primärenergie stieg im Mai erneut an. Im Vergleich zum Vormonat legte der Index um 1,0 Prozent auf 139,8 Punkte zu. Das Vorjahresniveau wurde um fast 40 Prozent überschritten. Gegenüber April verzeichneten in Deutschland hergestelltes Erdöl (+11,9 Prozent) sowie heimische Braunkohle (+7,8 Prozent) die stärksten Preisanstiege. Die Erzeugerpreise für Erdgas bei Abgabe an die Industrie (-0,7 Prozent) gingen im selben Zeitraum hingegen leicht zurück. Gegenüber dem Vorjahr lagen ebenfalls insbesondere die Ölpreise deutlich höher. Für importiertes Erdöl wurden 59,3 Prozent mehr verlangt, der Preis für in Deutschland gewonnenes Erdöl stieg sogar um 65,8 Prozent.
Der Teilindex für Sekundärenergie ging im Mai um 2,3 Prozent gegenüber April auf 131,1 Punkte zurück. Das Vorjahresniveau wurde zugleich um 10,9 Prozent überschritten. Verantwortlich für den Rückgang im Vergleich zum Vormonat waren vor allem auf Erdöl basierende Sekundärenergieträger. So gingen die Erzeugerpreise für Leichtes Heizöl (-3,4 Prozent) moderat, für Flüssiggas (-6,6 Prozent) merklich und für Diesel (-10,9 Prozent) stark zurück. Für die niedrigeren Dieselpreise war vor allem die temporäre Absenkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel verantwortlich.
Der Strompreisindex, der im Index für Sekundärenergie enthalten ist, lag im Mai 2026 bei 107,2 Punkten. Entgegen dem allgemeinen Trend stieg auch dieser Index gegenüber dem Vormonat leicht an, und zwar um 1,7 Prozent. Gegenüber Mai 2025 lagen die Strompreise hingegen um 3,3 Prozent niedriger.