Gemeinsam mit der Vertretung des Freistaats Bayern bei der Europäischen Union haben wir am 12. Mai 2026 über die Potenziale der zirkulären Bioökonomie diskutiert. „Die zirkuläre Bioökonomie ist eine der wenigen echten Chancen, mit denen Europa im globalen Wettbewerb wieder aufholen kann. Wir brauchen dafür aber mehr Investitionssicherheit, eine stärkere Förderung von Forschung und Entwicklung sowie eine enge Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft“, betonte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Heimische Rohstoffe für stabile Lieferketten
Die Teilnehmer*innen der Diskussionsrunde waren sich einig, dass angesichts von Klimawandel und Rohstoffabhängigkeiten eine zirkuläre Bioökonomie eine wichtige Rolle in der Transformation spielt. Durch die kreislauforientierte Nutzung erneuerbarer Rohstoffe leistet sie einen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Europa. Zugleich wurde vielfach darauf hingewiesen, dass weder der Zugang zu heimischen Rohstoffen aus nachhaltiger Bewirtschaftung – vor allem der Wälder – noch der Einsatz in neuen Produkten durch überzogene Vorgaben ausgebremst werden darf.
Leitmärkte sind von strategischer Bedeutung
Der Kongress hat die Möglichkeiten der Bioökonomie in zahlreichen Branchen aufgezeigt, z. B. biobasierte Materialien wie Papier, Verpackungen und Textilien, sowie Biokraftstoffe. Es zeigte sich, dass die EU-Bioökonomie-Strategie und die geplanten Rechtsakte zu Biotech und Kreislaufwirtschaft ein guter Ansatz sind. Gleichwohl müssen nun Maßnahmen für die Etablierung von Leitmärkten für kreislauffähige, biobasierte Produkte im Schulterschluss mit der Wirtschaft mit Nachdruck umgesetzt werden.
Vortragende und Podiumsteilnehmer*innen
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Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer, vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
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Tobias Gotthardt MdL, Staatssekretär, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
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Agata Kotkowska, stv. Referatsleiterin – Expertin für Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie, Generaldirektion Umwelt, Europäische Kommission
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Maximilian Heindl, Präsidiumsmitglied Die Papierindustrie e. V. und CEO Progroup AG
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Jürgen Schaller, Vorstandsvorsitzender VBP und geschäftsführender Gesellschafter der Carl Macher GmbH & Co. KG
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Dr. Marina Crnoja-Cosic, Inhaberin MCC Innovare, Präsidentin der European Technology Platform for the Future of Textiles and Clothing (Textile ETP)
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Matthias Held, Director Public Affairs Germany, UPM
Moderation: Jan Diesteldorf, Korrespondent in Brüssel, Süddeutsche Zeitung