bayme vbm Halbjahresbericht
Wir bleiben am Ball
Die wirtschaftliche Lage gleicht einem zähen Spiel in der Verlängerung: Seit rund sechs Jahren steckt Bayerns Wirtschaft in einer beispiellosen Schwächephase. Der kleine Hoffnungsschimmer zu Jahresbeginn wurde durch den Iran-Krieg wieder eingefangen – bestenfalls steht am Saisonende ein Mini-Wachstum.
Unserer exportorientierten Wirtschaft macht die geopolitische Lage schwer zu schaffen. Als Automobil-Standort spürt Bayern zudem den Umbruch der Transformation besonders stark. Umso wichtiger ist es, dass unser Land wieder in die Offensive kommt, wettbewerbsfähiger wird und Rahmenbedingungen schafft für mehr Wachstum. Mit diesem Blick gehen wir auch in die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie, die im Herbst ansteht.
Die schwarz-rote Koalition hat am 2. Juli ein Reformpaket aufgelegt – ein solider Pass, auch wenn ein durchschlagenderer Vorstoß nötig gewesen wäre. Nicht alle Probleme sind gelöst, allen voran die stetig steigenden Arbeitskosten. Immerhin: Die Verlängerung im Reformstau ist vorbei, das Paket enthält gute Ansätze gegen die Strukturkrise. Jetzt darf die Bundesregierung das Tempo nicht drosseln, sondern muss nachlegen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Das gilt auch auf europäischer Ebene, etwa beim geplanten Industrial Accelerator Act: Local-Content-Regeln bringen wenig, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Den Unterschied machen nicht zusätzliche Regulierungen – sondern niedrigere Energie-, Arbeits- und Steuerkosten sowie weniger Bürokratie und Protektionismus.