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21.07.26 | Pressemitteilung
Geschäftslage wieder schlechter – Erwartungen insgesamt im positiven Bereich – Beschäftigungsabbau setzt sich fort / Forster: „Konjunktur- und Strukturkrise schlägt immer mehr auf Beschäftigung durch“
Die Lage in der mittelfränkischen Metall- und Elektroindustrie ist wieder schlechter. Die konjunkturelle Eintrübung im zweiten Halbjahr 2025 wirkt weiterhin nach aber die Aussichten für die kommenden Monate haben sich verbessert. Die inländischen Beschäftigungspläne bleiben weiterhin negativ. „Die Talfahrt der bayerischen M+E Industrie ist zwar weniger steil, aber kontinuierlich bergab gerichtet. Es ist ein dramatisches Zeichen, dass das Herz der bayerischen Wirtschaft immer weiter ausblutet. Wir müssen diesen Prozess stoppen, bevor die Deindustrialisierung nicht mehr aufzuhalten ist. Das jüngste Reformpaket der Bundesregierung zeigt den politischen Willen zur Veränderung. Es kann und darf aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. Wichtig ist, dass jetzt nicht nachgelassen wird: Tempo und Entschlossenheit müssen auch bei der Reduzierung der Arbeitskosten und der Flexibilisierung der Arbeitszeit beibehalten werden. Nur so schaffen wir den Wechsel vom Abschwung zum Aufschwung“, fasst Klemens Forster, bayme Mitglied des Vorstands Südost Mittelfranken, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter den bayme vbm Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in Nürnberg vorgestellt wurden.
Laut Umfrage hat sich die aktuelle inländische Geschäftslage gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 wieder verschlechtert, der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft bei -32,6 Punkten. Das Auslandsgeschäft liegt mit -9,1 Punkten ebenfalls im Minus und ist gegenüber der Winterumfrage gesunken. Anlass zur Hoffnung bereiten die sich wieder verbesserten Erwartungen, die nun insgesamt im positiven Bereich liegen. Die Erwartungen für das Inlandsgeschäft liegen im Saldo bei +26 Punkten und im Auslandsgeschäft bei +24,9 Punkten. „Die Unternehmen sehen die nähere Zukunft trotz der bereits schlechten Lage weiter positiv, das ist ein Hoffnungsschimmer. In der schwierigen Gesamtsituation aus lahmender Struktur- und Konjunkturkrise gilt es diesen für eine Besserung zu nutzen“, so Forster.
Die Produktionspläne für das Inland bleiben leicht negativ. „Es bleibt trotzdem dabei, dass von der Produktion keine nennenswerten Impulse gesetzt werden“, erklärt Forster und ergänzt: „Im Ausland wird die Produktion dagegen nach wie vor weiter ausgebaut. Ein klares Indiz für den Kostennachteil im Inland.“
Bei den Investitionsplänen der M+E Unternehmen besteht nach wie vor eine beträchtliche Lücke zwischen In- und Ausland. So sind die inländischen im Saldo leicht negativ (-8,1 Punkte), die ausländischen sind dagegen aber mit +38,4 Punkten klar expansiv. „Die Investitionszurückhaltung im Inland nimmt immer weiter zu, während Investitionen in das Ausland zunehmend attraktiver für immer mehr unserer mittelfränkischen Firmen werden. Wir hoffen, dass der beschlossene Bürokratieabbau und die weiteren Entlastungsmaßnahmen hier zu einem Umdenken führen. Gefragt sind aber auch die Tarifpartner, die in der anstehenden Tarifrunde im Herbst die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der M+E Industrie über die Arbeitskosten entscheidend beeinflussen können. Denn diese sind ein entscheidender Standortfaktor, vor allem im Hinblick auf die Beschäftigung“, so Forster.
Die Beschäftigungspläne der mittelfränkischen M+E Unternehmen sind dementsprechend negativ. Fast 40 Prozent der Unternehmen befürchten, Beschäftigung abzubauen. Weiterhin befinden sich 47,6 Prozent der Unternehmen in einem kritischen Ertragsbereich. „Dass das nicht lange gut gehen kann, sollte jedem klar sein“, berichtet Forster.
Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt daher eine Daueraufgabe. Denn auch das außenwirtschaftliche Umfeld belastet die Unternehmen durch US-Importzölle und den weiter schwelenden Irankrieg. Laut Umfrage bleiben die handelspolitische Ungewissheit und drohende neue Zölle das größte Risiko. Der Iran-Krieg ist hingegen ein genereller Kostenreiber, für Materialen und Rohstoffe, für Energie und für Transport- und Frachtkosten. „Wir setzen auf ein baldiges tatsächliches Ende der Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran sowie darauf, dass die beteiligten Parteien am Verhandlungstisch Lösungen finden“, sagt Forster.
Link zur Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage