Bonusregelungen für Gewerkschaftsmitglieder sind ein tarifpolitischer Irrweg. Die Mitgliedergewinnung der Gewerkschaft ist nicht Aufgabe der Arbeitgeberseite. Gewerkschaftsboni verringern die Akzeptanz von Tarifverträgen und schwächen sowohl die Tarifbindung als auch die Sozialpartnerschaft.
Es wäre ein fatales Signal, in Zeiten einer ausgeprägten Krise und der Gefährdung tausender Arbeitsplätze, Mitglieder der IG Metall finanziell ohne Gegenleistung zu bevorzugen. Ein Gewerkschaftsbonus ist kein taugliches Mittel der Tarifpolitik. Solche Vereinbarungen stellen einen ungerechtfertigten und unverhältnismäßigen Eingriff in die negative Koalitionsfreiheit dar. Hierdurch wird Zwang auf nicht- oder andersorganisierte Arbeitnehmer ausgeübt, der Gewerkschaft beizutreten.
Die Tarifautonomie wird nicht durch Zwang oder Vorteilsregelungen gestärkt, sondern nur durch verantwortungsvolle und flexible Tarifverträge, die der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen in der M+E-Industrie Rechnung tragen.
Nach einer Einleitung unseres Hauptgeschäftsführers Bertram Brossardt wird ein Tarifexperte die Zusammenhänge aufzeigen. Gerne können Sie Ihre Fragen in die Diskussionsrunde einbringen.